Die koptische Musik hat seit über 2000 Jahren Tradition. Es existieren ca. 575 Hymnen, die zwischen einer halben bis hin zu sogar 20 Minuten dauern. Das die Hymnen (=Kirchenlieder) so lange erhalten geblieben sind, lässt sich an der strengen Befolgung kirchlicher Traditionen begründen. Die Hymnen wurden von Generation zu Generation durch Kantoren mit besonderer Begabung unverändert bis 1927 mündlich überliefert.

 

Heute wird diese Musik in der Kirche praktiziert. Die koptische Liturgie ist nämlich neben den Lesungen ein gesungener Ritus mit Wechselgesang zwischen Priester, Diakon und Volk.

 

Es gibt außer der jährlichen Melodie fünf weitere Melodiearten, bei der die Kirche sich den Anlässen anpasst.

 

1. Die Trauermelodie wird während der Karwoche verwendet. Hier gibt es so manche Hymne, die sogar auf pharaonische Königsbegräbnisse gesungen wurde, wie z.B. die Hymne „Golghotha". Sie kennzeichnen sich u.a. durch lang anhaltende Töne.

2. Die Melodie des Herrenfests wird z.B. an Weihnachten, Ostern, Pfingsten etc. gebraucht. Hierzu zählen Hymnen wie „Echristos Anesti" ( „Christus ist auferstanden"), die Hymne, die an Ostern und den 50 Tagen danach gesungen wird.

3. Der Musik der Fastenzeit im Advent wird auch die Khiak Melodie genannt, da Weihnachten immer am Ende des koptischen Monats Khiak ist. Dieser Monat kennzeichnet sich mit Lobpreis nach „Khiak Art", speziell für die heilige Maria.

4. Die Melodie der großen Fastenzeit wird an den 55 Fasttagen vor Ostern verwendet. Beschäftigt man sich eine Zeitlang mit dieser Melodie, erkennt man, dass sie der Atmosphäre des Fastenden entgegenwirkt.

 

5. Das Stück Scha'nin (heb. Hosianna) benutzt die Kirche am Palmsonntag und am Kreuzzugfest. Hosianna, ist der Ruf, der im Zusammenhang mit dem Einzug Christi auf dem Esel nach Jerusalem erscheint.